ERFOLGREICH PFLEGEN UND ÜBERWINTERN
Pflanzen, die üppig blühen, gesund aussehen und prachtvoll wachsen, sind ein Traum, der leicht zu verwirklichen ist. Man muß nur mit Erde( Wasser und Dünger richtig umgehen und seine Gäste im Winter sorgsam im Auge behalten. Was ein richtiger Balkon- und Terrassen-Gärtner ist, der wird es kaum erwarten können, die überwinterten Pflanzen auf eine neue Saison vorzubereiten, daneben aber treibt ihn die Vorfreude auf künftige Balkon- und Kübelpflanzenpracht in Blumenläden, Baumschulen, Gärtnereien, Gartencenter und auf Wochenmärkte. Nur zu leicht verfällt man da in einen Kaufrausch. Denken Sie daran, daß jede neu erworbene Pflanze künftig Platz, ein Gefäß, Erde, Dünger und vor allem liebevolle Pflege braucht. Während bei der Pflanzenauswahl vor allem der zukünftige Standort und die eigenen Gestaltungswünsche berücksichtigt werden sollten werden die Pflegemaßnahmen von den arteigenen Bedürfnissen der Pflanze diktiert. Und die lassen sich oft schon an den Blättern ablesen.
Erste Pflege nach dem Kauf
Mit Ausnahme der Freilandgehölze und Freilandstauden kommen die meisten Balkon- und Kübelpflanzen im Frühjahr aus Gewächshäusern oder verglasten Frühbeeten und sollten - bevor sie gepflanzt werden - allmählich an frische Luft und Frühjahrssonne gewöhnt werden.
Akklimatisieren Sie zunächst alle neuerworbenen Pflanzen einige Tage an einem hellen, kühlen Platz, der vor Wind, Regen und Sonne geschützt ist. Der Standort im Freien, wo es viel heller als drinnen ist, verhilft ihnen zu einem besseren Wachstumsstart und härtet sie ab.
Uberprüfen Sie den Topfballen. Ist er trocken, gießen Sie einmal durchdringend, nach einer halben Stunde wird das Überschußwasser weggeschüttet.
Vor Spätfrösten schützen müssen Sie blühende Zwiebelblumen und Freilandgehölze in kleinen Gefäßen. Kübel, Töpfe und Kästen abends mit Noppenfolie, Säcken, Zeitungen oder Strohmatten abdecken.
Topfen Sie Kübelpflanzen um. Sie sitzen aus Platz- und Transportgründen meistens in viel zu kleinen Containern.
Das brauchen Sie für die Pflege
- Erde oder andere Substrate.
- Pflanzholz.
- Plastikeimer zum Erdemischen.
- Universal-Gartenschere.
- Gartenhandschuhe.
- Blumenkelle, Handkralle, Handspaten, Hand-Grabgabel.
- Scharfes Messer.
- Holzkohlepulver zum Desinfizieren von Schnittstellen.
- Verschiedene Dünger.
- Gießkanne (5 bis 10 1).
- Bewässerungssysteme.
Vorbereitung der Gefäße
Der wichtigste Grundsatz lautet: Möglichst nur Gefäße mit Abzugsloch verwenden. Bei Gefäßen ohne Abzugsloch muß die Dränageschicht 2- bis 3mal höher sein als sonst, darüber hinaus sind Erfahrung und Fingerspitzengefühl beim Gießen erforderlich. Bei Plastikgefäßen können Abzugslöcher leicht nachgebohrt oder vergrößert werden. Vor dem Bepflanzen muß das Gefäß gesäubert werden. Holzgefäße schon einige Wochen vor dem Bepflanzen säubern und mit einem pflanzenverträglichen Holzschutzmittel streichen. Denken Sie auch rechtzeitig daran, das Material für die Dränage zu besorgen. Bereits benutzte Gefäße - aus welchem Material auch immer - werden mit heißem Schmierseifenwasser und einer Wurzelbürste gründlich gereinigt. Algen und Kalkausblühungen lassen sich gut mit einer Essig/Salzwasserlösung entfernen (21 Essig auf 1 I Wasser, dazu eine Handvoll grobes Küchensalz geben). Die Lösung auftragen, einwirken lassen und dann mit Bürste und klarem Wasser abschrubben. Neue Ton- und Terrakottagefäße sollten Sie vor dem Bepflanzen 1 bis 2 Tage in Wasser (Regentonne, Badewanne) legen, damit mögliche Schadstoffe ausgespült werden und die Gefäße sich vollsaugen können. So entziehen sie später dem Substrat nicht zuviel Feuchte.
Tip: Besorgen Sie für Holzgefäße Ziegelsteine, Holzblöcke oder einen Rost zum Unterlegen, damit unter dem Gefäßboden Luft zirkulieren kann und er nicht fault.
Blätter verraten viele Pflegewünsche
Die Blätter sind der Lebensnerv und die grüne Lunge der Pflanze. In ihnen spielen sich wichtige Stoffwechselvorgänge wie Photosynthese und Atmung ab, in ihnen können ätherische Öle und Giftsubstanzen hergestellt werden. Die Vielfalt der Blattformen, -farben und -strukturen kommt nicht von ungefähr. Sie ist Zeichen für eine Anpassung an den Standort und verrät uns einiges über die Bedürfnisse einer Pflanze.
Silbrige. blau- oder graugrüne Blätter sind ein Lichtschutz. Diese Pflanzen vertragen viel Sonne. Beispiele: Hornklee Lavendel, Olive, Silberblatt, Zistrose.
Wasserreiche, zarte Blätter sind typisch für Waldpflanzen. Diese Pflanzen brauchen gefiltertes Licht. Beispiele: Fleißiges Lieschen, Fuchsie, Knollenbegonie.
Ledrige Blätter besitzen eine Oberfläche mit Verdunstungsschutz. Diese Pflanzen vertragen Trockenheit, zum Beispiel Citrus , Lorbeer, Natalpflaume.
Weiß- oder gelbgrün panaschierte Blätter weisen reduzierte Chlorophyllflächen auf. Diese Pflanzen immer heller (nicht sonnig) als die grünlaubigen Arten oder Sorten stellen, zum Beispiel Efeu , Hibiskus, Schönmalve, Spindelstrauch.
Große. weiche Blätter haben ungeschützte Verdunstungsflächen. Diese Pflanzen verbrauchen viel Wasser, zum Beispiel Banane oder Engelstrompete
Kleine Blätter weisen auf reduzierte Verdunstungsflächen hin. Diese Pflanzen vertragen viel Sonne und Wärme, aber keine Staunässe, zum Beispiel Hornklee, Kapaster, Myrte, Südseemyrte, Rosmarin.
Fleischige (sukkulente) Blätter sind Wasserspeicher. Diese Pflanzen überstehen spielend Trockenperioden, zum Beispiel Agave, Mittagsblume oder Portulak.
Das optimale Substrat
Von Pflanzstoffen gibt es ein reichhaltiges und verwirrendes Angebot. Ein gutes Substrat muß den individuellen Ansprüchen der Pflanze genügen und darüber hinaus folgende Kriterien erfüllen:
- Haupt- und Spurennährstoffe in angemessener Menge enthalten.
- Pflanzen Halt und Standfestigkeit geben.
- Wasser speichern und durchlassen können.
- Luftig und locker bleiben.
- Ein gutes Pufferungsvermögen gegenüber falscher Bewässerung und Düngung besitzen.
- Frei sein von Krankheitserregern, Schädlingen, Unkrautsamen und pflanzenschädigenden Stoffen.
Einheitserde ist mit Ton, Humus, einem schnell wirkenden Dünger sowie einem langsam wirkenden Langzeitdünger (Depotdünger) ausgestattet. Sie ist eine brauchbare Universalerde für die meisten Balkon- und Kübelpflanzen. Blumenerde besteht aus Humus (Torf oder Kompost) und Ton und kann von sehr unterschiedlicher Qualität sein - was sich auch im Preis ausdrückt. Verwenden Sie für teure, ausdauernde Pflanzen keine Billigerden. Billige Substrate sind allenfalls eine preiswerte Alternative für einjährige Sommerblumen und können auch da unter Umständen zu enttäuschenden Ergebnissen führen.
Balkonblumenerde ist eine Variante der Blumenerde, allerdings mit mehr Nährstoffen speziell für Blütenpflanzen ausgestattet.
Torfkultursubstrat (TKS) enthält vorwiegend Weißtorf und weder Lehm noch Ton. Es ist aufgekalkt, um den Säuregehalt des Torfes zu neutralisieren und schwach (TKS 1) oder stärker gedüngt (TKS 2). Es ist gut geeignet für eher krautige Pflanzen, die ein leichtes, humoses Substrat brauchen, und zum Verbessern von lehmiger Gartenerde. Nachteil: TKS ist leicht (Gefäße kippen oft um) und trocknet schnell aus.Völlig ausgetrocknetes TKS - und dies ist häufig unerfahreneren Gärtnern nicht bekannt - nimmt trotz reichlichen Gießens praktisch kein Wasser mehr auf.
Spezialerden wie Wasserpflanzenerde, Palmenerde, Moorbeet- beziehungsweise Rhododendronerde, Bio-Kulturerde (für Gemüse) und Kakteenerde sind auf besondere Bedürfnisse einzelner Arten zurechtgeschnitten.
Tongranulate (Lecadan, Terraton) sind Substrate für die Kultur in Spezialgefäßen mit Wassertank und Wasserstandsanzeiger. Sie wirken als Wasserspeicher, die Feuchte festhalten und bei Bedarf an die Pflanzenwurzeln abgeben, ohne daß Staunässe entsteht. Die Nährstoffversorgung erfolgt über spezielle Langzeitdünger. Man bettet die Pflanzen mit Wurzelballen in das Granulat.
Gartenerde eignet sich bestens für die Gefäßkultur, wenn sie lehmighumos oder lehmig-sandig ist. Vorteile: Sie ist schwer und verhindert das Umkippen der Gefäße an windigen Tagen. Gartenbesitzer haben sie zum Nulltarif. Nachteile: Sie ist voller Unkrautsamen und weist keine verläßliche Qualität wie beispielsweise Einheitserde auf. Gartenbesitzer, die große Substratmengen brauchen, mischen 3 Teile gute Gartenerde mit 3 Teilen verrottetem, gesiebtem Kompost und je 2 Teilen Torf und Sand.
Richtig gießen
Wieviel und wie oft gegossen werden muß, hängt von den arteigenen Bedürfnissen einer Pflanze, vom Gefäß, vom Standort, vom Wetter und von der Jahreszeit ab. Grundsätzlich wird kurzfristige Trockenheit von allen Pflanzen besser verkraftet als ein ständig nasser Wurzelballen, in dem kein Platz mehr für Luft ist, so daß die Wurzeln unweigerlich faulen
Das Gießwasser
Es sollte nicht zu hart und sonnenwarm temperiert sein. Am besten Kannen morgens füllen und das Wasser darin abstehen lassen. Leitungswasser ist, sofern es nicht über 20 °dH (Grad deutscher Härte) aufweist, für fast alle Balkon- und Kübelpflanzen geeignet. Für kalkempfindliche Pflanzen (Myrtengewächse, Erikagewächse, Rhododendron Hortensien) muß es enthärtet werden. Einfach einen mit Torf (bei stark kalkhaltigem Wasser jedesmal neu) gefüllten Beutel ins Gießwasser hängen oder ein Enthärtungsmittel (im Fachhandel) verwenden. Regenwasser aus der Tonne ist trotz eventueller Belastung immer noch empfehlenswert, vor allem für kalkempfindliche Pflanzen.
Wie gießen?
Balkon- und Kübelpflanzen werden in der Regel von oben gegossen. Auf diese Weise sickern Wasser und Nährsalze (Dünger) allmählich nach unten und die feinen Wurzeln werden ausreichend mit Wasser versorgt. Für Ampelpflanzen, die an heißen Tagen in ihren Einzeltöpfen oft völlig austrocknen, ist ein Tauchbad die ideale Gießmethode. Dabei wird der ganze Topfballen samt Gefäß so lange in einen Eimer mit Wasser getaucht, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen. Ein Zeichen, daß sich der Ballen mit Wasser vollgesogen hat. Im Nu richten sich auch schlappe Pflanzen wieder auf. Durch normales Gießen ist diese Wirkung oft nicht mehr zu erreichen, weil ein stark ausgetrockneter Wurzelballen das Gießwasser durchlaufen läßt, ohne es gleich aufzunehmen. Überschuß- oder Tropfwasser im Untersetzer muß an sehr heißen Tagen nicht entfernt werden, es sei denn, es tropft zum Nachbarn hinunter. Einige Pflanzen wie Engelstrompete, Banane oder Oleander lieben sogar kurzfristige Fußbäder im Hochsommer.
Mehr gießen müssen Sie:
- Während der Hauptvegetation im Sommer.
- An vollsonnigen sowie an windigen Standorten.
- Bei großer Sommerhitze und fehlenden Niederschlägen (oft zweimal täglich).
- Bei lehmigen und torfigen Substraten.
- Pflanzen in Ton- und Terrakottatöpfen.
Weniger gießen müssen Sie:
- Zu Beginn der Vegetationszeit im Frühjahr.
- An schattigen, windgeschützten Plätzen im Freien.
- Bei kühlem Regenwetter.
- Pflanzen mit Mulchdecke oder Unterpflanzung.
- Pflanzen in Kunststoffgefäßen.
- Während der Überwinterung.
Wann gießen?
Wann gegossen wird, hängt von der Jahreszeit ab. Im Sommer können Sie morgens oder abends gießen aber nie mittags (Temperaturschock) und schon gar nicht in praller Sonne (Verbrennen der Blätter durch Brennglaswirkung der Wassertropfen). Im Winter gießt man vormittags, damit das Wasser bis abends von den Wurzeln aufgenommen ist.
Düngen nach Maß
Die Versorgung mit Nährstoffen ist bei Pflanzen, die in Gefäßen mit begrenztem Erdraum kultiviert werden, sehr wichtig. Die im Substrat enthaltenen Nährstoffe sind rasch aufgebraucht und müssen durch Düngen nachgeliefert werden.
Zu den Hauptnährstoffen, die jede Pflanze zum Wachsen und Blühen braucht, gehören Stickstoff (N wie Nitrogenium), Phosphor (P), Kalium (K) und Magnesium (Mg). Außerdem werden für einen reibungslosen Ablauf der Lebensvorgänge Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Zink und Bor benötigt.
Mineralische Volldünger. Bei ihnen liegen die wichtigen Nährstoffe und Spurenelemente meist als chemische Salze vor und können in dieser Form schnell von Pflanzen aufgenommen werden. Es gibt mineralische Volldünger in flüssiger, pulverisierter oder fester (als Düngerstäbchen) Form. Sie sind für Balkonblumen und Kübelpflanzen sowie für Gemüse und Ziergehölze während der Hauptwachstumszeit von Mai bis August bestens geeignet.
Langzeitdünger sind ebenfalls Mineraldünger. Die Nährsalze sind hier aber so gebunden, daß sie durch das Gießwasser nur langsam (über 10 bis 12 Wochen) abgegeben werden so daß Verbrennungsschäden an den Wurzeln ausgeschlossen sind. Man mischt sie am besten beim Einpflanzen unter das Substrat.
Mineralisch-organische Volldünger. Bei ihnen sind Haupt- und Spurennährstoffe nicht nur an Mineralien, sondern auch an organische Stoffe gebunden. Sie eignen sich ebenfalls für alle oben genannten Pflanzengruppen. In diese Gruppe gehören auch organische Spezialdünger, zum Beispiel für Balkonblumen, Kübelpflanzen, Gemüse, Rosen, Koniferen und Rhododendren. Die Hauptnährstoffe sind hier genau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzengruppe abgestimmt. Dies drückt sich im Verhältnis von N. P und K zueinander aus, das auf der Verpackung angegeben sein sollte (zum Beispiel: 14 + 7 + 14 oder 14/7/14, das bedeutet: 14 % Stickstoff, 7 % Phosphoroxid, 14 % Kaliumoxid).
Organische Dünger wie Knochen oder Blutmehl, Hornspäne oder abgelagerter Mist sind für die Gefäßkultur nur bedingt geeignet. Ihre Wirkstoffe müssen erst durch Mikroorganismen im Boden aufgeschlossen werden. Da diese im begrenzten Erdraum viel zu schwach ausgebildet sind, erfolgt die Freisetzung der Nährstoffe oft etwas spät.
Goldene Düngeregeln
Lieber öfter und niedrig dosiert, als selten und hoch dosiert düngen. Niedrig dosiert heißt: Angegebene Dosierung (in der Regel 2 bis 3g (ml) pro 1 Liter Wasser) halbieren bis dritteln. Dies gilt vor allem für salzempfindliche Pflanzen wie Feuersalbei, Hanfpalme, Husarenknöpfchen, Kaskadenblume, Lobelie, Löwenmäulchen.
- Neu erworbene oder überwinterte und danach umgetopfte Pflanzen erstmals nach 4 bis 6 Wochen düngen.
- Überwinterte, nicht umgetopfte Pflanzen erst düngen, wenn sie kräftig treiben.
- Wurde dem Substrat ein Langzeitdünger beigemischt, dann erstmals 10 Wochen nach dem Umtopfen nachdüngen.
- Gehölze nur bis August düngen, damit das Holz ausreifen kann.
- Kalkempfindliche Pflanzen wie Myrtengewächse, Rhododendren, Hortensien mit Spezialdünger für Moorbeetgewächse düngen.
Die artgerechte Überwinterung
Mit einigen wenigen Ausnahmen müssen alle Pflanzen in Gefäßen mit beschränktem Erdvolumen vor Minusgraden geschützt werden Das gilt auch für an sich frostharte Pflanzen, deren Wurzelballen im Gefäß nicht so geschützt wie in der freien Erde sind und schnell zu funktionsunfähigen Klumpen gefrieren. Während die wärmegewohnten Exoten im Haus überwintern müssen, können Gartenpflanzen in Gefäßen mit entsprechendem Schutz auch im Freien bleiben - was manches Platzproblem löst. Je kürzer der Aufenthalt im selten optimalen Überwinterungsquartier ist, desto weniger werden die Pflanzen geschwächt. Unsere Balkon und Kübelpflanzen stammen aus unterschiedlichen Regionen, und einige sind durchaus auch Minusgrade gewöhnt. Für viele ist Kälteeinwirkung sogar notwendig. Sie bremst zum Beispiel im Herbst bei allen Gehölzen das Wachstum und fördert dadurch die Holzreife. Im Frühjahr verhindert Kühle bei manchen Gehölzen (Kreppmyrte, Granatapfel) einen zu frühen, schwächlichen Austrieb. Man sollte deshalb die individuelle Kältetoleranz einer Pflanze beachten und Einräum sowie Ausräumtermine artgerecht legen. Dies trägt zur Kräftigung und Gesundheit der Pflanze bei.
Keinen Frost vertragen Tropenkinder und empfindliche Immergrüne, zum Beispiel: Schönmalve, Bougainvillee, Kamelie, Palmfarn, Kassie, Citrus-Arten, Flammenbusch, Hibiskus, Bananen, Passionsblume, Tibouchina, Heliotrop. Sie müssen vor den Frösten eingeräumt und dürfen frühestens nach den Eisheiligen wieder ausgeräumt werden.
Kurzfristig bis zu-5 °C vertragen einige subtropische Arten des Mittelmeerraumes, aus Südafrika, Südamerika und Australien, zum Beispiel: Erdbeerbaum, Aukube Bleiwurz, Zylinderputzer, Klebsame, Zwergpalme, Johannisbrotbaum, Olive, Myrte. Sie müssen erst bei Dauerfrösten unter-5 °C (Hochdruckwetterlage) eingeräumt werden und dürfen schon Anfang Mai ins Freie. Wichtige Voraussetzungen sind dabei allerdings, daß die Pflanzen einige Jahre alt, kräftig und ausgereift sind sowie im Winterquartier nicht durch zu warmen und dunklen Stand verweichlicht wurden. Sind Nachtfröste gemeldet, schützt man die großen Vertreter durch Schilfmatten oder Noppenfolie, die kleinen Töpfe holt man abends herein.
Kurzfristig bis -10 °C vertragen Orangenblume, Hanfpalme, Kreppmyrte, Granatapfel, Lorbeer, Mastixstrauch. Sie müssen bei Dauerfrösten ab -10 °C eingeräumt werden und dürfen bereits ab Mitte April hinaus. Auch für sie gelten die obigen Einschränkungen.
Winterquartiere im und am Haus
Der ideale Winterstandort für fast alle Balkon- und Kübelpflanzen ist luftig, hell und 5 bis 10 °C kühl, Bedingungen, die eigentlich nur in einem Gewächshaus oder Wintergarten zu realisieren sind. Statt dessen stehen uns mehr oder weniger optimale Orte wie Keller, Garage, Speicher, Lichtschacht oder ungeheizte Zimmer zur Verfügung. Völlig ungeeignet ist der warme und dunkle Winterplatz.
Unbedingt hell überwintern müssen immergrüne Nadel- und Laubgehölze, Bambus-Arten, lichthungrige Pflanzen wie der Zylinderputzer und Pflanzen, die im Winter blühen wie Kamelien.
Notfalls dunkel überwintern dürfen stark zurückgeschnittene Pflanzen, außerdem solche, die ihr Laub abwerfen. Pflanzen aus Zwiebeln und Knollen brauchen erst im Frühjahr Licht.
FaustregelFaustregel: Je heller, desto wärmer kann das Winterquartier sein, je dunkler, desto kühler muß es sein.
Frühjahrsinspektion und Eingewöhnung
Mit zunehmendem Licht beginnt Anfang März der neue Austrieb. Alle Pflanzen, vor allem jene, die dunkel überwintert wurden, müssen jetzt wieder ans Licht gewöhnt werden, sollen austreiben und neue Blätter bilden. Jetzt ist auch eine Frühjahrsinspektion angesagt:
- Schneiden Sie Geiltriebe oder Pflanzenteile, die durch Trockenheit, Kälte oder zuviel Wärme am Winterstandort gelitten haben, weg.
- Nehmen Sie - wo empfohlen einen Frühjahrsrückschnitt vor.
- Topfen Sie Kübelpflanzen bei Bedarf um.
- Entfernen Sie den Winterschutz der Pflanzen im Freien.
- Geben Sie den Wasserpflanzen neue Erde und neues Wasser.
Zum Akklimatisieren stellt man alle Kübelpflanzen, auch die sonnenliebenden, nach dem Ausräumen zuerst 14 Tage an einen windgeschützten, schattigen Platz. Auf diese Weise vermeidet man Blatt- und Triebschäden durch Sonnenbrand oder Kälte.
Der Vegetationsbeginn sollte langsam angegangen werden. Das bedeutet: Anfangs wenig, mit zunehmendem Austrieb der Pflanze entsprechend mehr gießen.
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