Mulchen
Mit einer Mulchschicht kann man im Garten Feuchtigkeit
speichern und Unkraut verhindern.
Das Mulchen zählt zu den Methoden, denen der Gärtner viel verdankt. Das Verfahren ist aus mehreren Gründen wichtig, nicht zuletzt darum, weil es dem Gärtner viel Zeit und Mühe erspart.
Das Prinzip
Beim Mulchen wird der Boden mit einer Schicht natürlichen oder besonders zusammengesetzten Materials zugedeckt. Um richtig zu wirken, muß die Mulchschicht flächendeckend sein. Viele Materialien kommen für die Mulchschicht in Frage. Einige sind natürlich kostengünstiger oder wirksamer als andere. Die Wirksamkeit erhöht sich jedoch nicht im Verhältnis zum Preis. Laubkompost - ein sehr guter Mulchstoff kann man z.B. fast umsonst selber herstellen.
Unkraut ade!
Eine Mulchschicht hilft, Unkraut zu unterdrücken. Eventuelle Unkrautsamen bleiben unterhalb der Oberfläche und kommen nicht zum Keimen. Wenn Samenkörner hereingeweht werden, sind Sämlinge in der Regel leicht zu entfernen, da sie locker in der Mulchschicht sitzen.
Feuchtigkeit speichern
Eine Mulchschicht hält den Boden feucht, indem sie das Verdunsten reduziert (bei Trockenheit besonders wichtig!). Die Oberfläche wird durch Niederschlag auch nicht so fest und undurchdringlich wie der Boden und nimmt daher Wasser leichter auf.
Bodendecker
Eine natürliche Mulchschicht besteht aus lebenden Pflanzen, die den Boden bedecken.
Pflanzen, die dicht nebeneinander stehen,
halten Unkraut vom Keimen und Wachsen ab.
Evtl. brauchen Sie eine andere Mulchschicht,
wenn die Pflanzen zur vollen Größe
heranwachsen.
Organisch mulchen
Organische Mulchschichten aus natürlichen Stoffen sehen gut aus. Sie sind hochwirksam, wenn sie richtig aufgetragen und unterhalten werden. Einige sind teurer, deshalb sollten Sie Material nehmen, welches vor Ort erhältlich ist. Verbrauchter Kompost vom Pilzzüchter ist relativ preisgünstig und ein ideales Mulchmaterial. Hopfen von der örtlichen Brauerei kann ebenfalls verwendet werden. Laubkompost ist auch sehr gut, aber da er leichter als Baumrinde ist, kann der Wind ihn leicht verwehen. Bedienen Sie sich nicht im Wald. Die Bäume dort brauchen ihre Mulchschicht selbst. Kompostieren Sie das Herbstlaub. Stallmist anhäufen und nur durchgerottet verwenden. Darin enthaltene Unkrautsamen können allerdings zum Ärgernis werden. Kompost aus Holz- oder Papierresten, die im Häcksler zerkleinert wurden, ist ideal. Torf ist als Mulchschicht nicht geeignet. Er hat keinen Nährwert. Zudem werden Biotope, aus denen er gewonnen wird, durch den Abbau ruiniert.
Zerkleinerte Baumrinde ist ein idealer Mulchstoff.
Sie verrottet nicht besonders schnell und wird nicht
weggeweht. Sie speichert Feuchtigkeit, läßt den Regen
jedoch hindurch, der dann in den Boden hineingelangt.
Rasenschnitt ist eine wirksame Mulchschicht auf den
Beeten. Er sieht zwar nicht sehr hübsch aus, ist aber billig
und erfüllt den Zweck. Nicht allzu dick auftragen, da der
Schnitt sich erwärmen und Pflanzen abtöten kann.
Im Beet hinten und dort, wo man es nicht ohne weiteres
sieht, kann man 9roh ausbreiten. Stroh ist ein ausgezeichneter
Mulchstoff, der nur langsam verrottet, doch sieht er erst
durchgerottet gut aus.
Kies
Kies ist ein guter Mulchstoff. Er läßt Wasser durch, hält den Boden kühl und unterdrückt Unkraut. Wenn Unkraut doch aufkeimt, ist es leicht zu ziehen.
Vergewissern Sie sich, daß der Boden von
mehrjährigem Unkraut frei ist. Breiten Sie
eine ca. 5 cm dicke Kiesschicht aus. Kaufen
Sie den örtlichen Kies, der am besten zum
Garten paßt.
Organisches
Organische Mulchschichten werden von Würmern und Insekten nach und nach dem Boden einverleibt. So wird er mit Nährstoffen angereichert. Im Winter trägt eine faserhaltige, organische Mulchschicht dazu bei, den Boden warmzuhalten. Schwarze Plastikfolie erwärmt den Boden sogar, da sie die vorhandene Hitze absorbiert und in den Boden leitet.
Aufbringen
Vor dem Aufbringen der Mulchschicht muß der Boden von mehrjährigem Unkraut völlig frei sein, da es sonst durch sie hindurchwächst. Bei trockenem Boden nie mulchen. Ein feuchter Boden bleibt feucht, während ein trockener Boden unter Umständen kräftig beregnet werden muß, bevor er richtig feucht wird, da die Mulchschicht erst einmal viel Feuchtigkeit aufnimmt. Baumrinde und dergleichen verrottet auf natürlichem Weg. Für diesen Vorgang wird Stickstoff benötigt, der dem Boden wohl entnommen wird und den Pflanzen nicht mehr zugute kommt. Darum ist es wichtig, den Boden zunächst zu düngen. Dafür nimmt man einen Allzweckdünger, der erst langsam verbraucht wird. Kein leichtes Material verwenden, da es vom Winde verweht werden könnte.
Freiraum
Baum- und Strauchstämme von Mulchstoff
freihalten, damit sie nicht von Fäule befallen
werden.
Pflege
Sobald die Mulchschicht dünn wird, nachbessern, bevor das Unkraut sprießt. Plastikfolie sollte nicht sichtbar sein, weil sie ziemlich unansehnlich ist. Maulwürfe können eine Mulchschicht schnell zerstören, indem sie Boden an die Oberfläche transportieren und dadurch den Zweck der Maßnahme vereiteln. Unkrautsämlinge sofort ziehen. Wenn sie sich etablieren, breiten sie sich schnell aus.
Plastik-Mulchschicht
Kunststoff mag in der natürlichen Umgebung eines Gartens fehl am Platze wirken, doch er kann recht nützlich sein. Wenn sie vollkommen mit Erde bedeckt wird, ist schwarze Plastikfolie als Mulchschicht äußerst wirksam. Die beste Mulchfolie hat kleine Löcher, die das Wasser durch-, aber Unkraut nicht aufkommen lassen. Auch sie muß an den Rändern eingegraben werden, damit der Wind die Folie nicht wegwehen kann.
Wenn ein Bereich unkrautfrei gehalten werden
soll, kann man als vorläufige Maßnahme Plastikfolie
über den Boden breiten. Zu diesem Zweck nimmt man
weder durchsichtige noch durchlöcherte Plastikfolie.
Als dauerhaftere Maßnahme gräbt man Plastikfolie
unter und deckt sie entweder mit Baumrinde oder mit
Kies zu. Zur Bepflanzung muß man Löcher in der Folie
ausstechen, damit erwünschte Pflanzen zum Vorschein
kommen können.
Im Gemüsegarten verwendet man bei Pflanzen wie Erdbeeren
und Kopfsalat Plastikfolie in Streifen. Dieses beliebte
Verfahren hält den Boden warm und speichert Feuchtigkeit.
Das Ergebnis: frühere, sauberere Erntefrüchte.
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